Orchard of Life

Meine Fresse nochmal...

Letzten Donnerstag wurden mir die zwei unteren Weisheitszähne gezogen. Ich bin hin und weg..

Es fing alles damit an, dass ich um 9.00 Uhr einen Termin beim Chirurgen hatte. Pünktlich wie man ist, wird dies natürlich auch prompt belohnt. Eine Stunde Wartezeit! Inmitten der nichtssagendsden Personen der Weltgeschichte, unfassbar. Nun denn, die Zeit verging tatsächlich und ich wurde aufgerufen. Aufgerufen von einer ehemaligen Schwärmerei meinerseits... Ich war begeistert.. Von wem möchte man sich am ehesten mal verpfuschen lassen, genau! Von einer Person bei der man mal kläglich gescheitert ist...

Egal, sie benahm sich äusserst professionell, "Siezte" mich sogar, gab mir was zum lesen, zum unterschreiben und lies mich 15 Minuten mit mir allein. Toll, im Bereich des wartens bin ich nämlich schon Profi... Dann kam Dr. Dr. med. und fragte mich nur: "Was soll ich bei Ihnen heute eigentlich machen"? - Äh, die Weisheitszähne sollen raus, unten links und unten rechts. "Aha, dass ist aber ungewöhnlich", antwortete er. "Üblicherweise werden die Zähne erst auf einer Seite oben und unten entfernt. Man kann dann, nach dem Eingriff, wenigstens auf einer Seite kauen".

- Mein Zahnarzt meinte die unteren beiden sollen raus, antwortete ich nur. "Ja kein Problem, sagte er, mit denen haben Sie ja auch Probleme". - Hm, nee, ich hab überhaupt keine Probleme, dass ist ja das fantastische... schmunzelte ich ihm zu.

Wir fangen mal an, Spritze angesetzt, wunderbar im Stile eines Profi-Dartspielers jegliches Betäubungsmittel eingeführt, pi pa po. Das übliche halt. Was kam dann? Genau, warten! Nicht mal eben 5 Minuten, ne, gleich das dreifache...

In dieser Zeit hatte ich unfassbare Angst, nicht vor dem ziehen der Zähne, sondern davor, dass sich die riesengroße Lampe (die man vom Zahnarztbesuch her wohl kennt) auf mich herabstürzt! Zum einen war da ne Schraube nicht ganz festgedreht, zum anderen ragte ein undefinierbares Metallrohr ca. 5 cm heraus. Genau auf die Position zwischen meinen Augen.. Klasse, dachte ich mir. Wenn schon sterben dann so! So ne Lampe ist doch flexibel, hätte man die nicht eben wegdrehen können..?

Okay, ich hatte es überlebt, zusammen mit, ich glaub Volker Mittmann von RSH. Ich konnte es nur halb verstehen. Die Moderation war natürlich viel zu leise, im Gegensatz zur Musik. Das sind eben Profis...

Plötzlich wurde es dunkel, man hatte mir den "Schutzumhang" oder wie sich das nennt, falsch herum aufs Gesicht gelegt. Die Öffnung befand dich irgendwo in der Magengegend. Bin ich froh, dass dies jemanden aufgefallen ist... Also knappe 1,5 Std. Wartezeit haben sich ausgezahlt. Es ging wirklich los...

Man schnitt mir mein Zahnfleisch auf wühlte den unteren rechten Weisheitszahn bestmöglich raus. Mein ehemaliger Schwarm erwähnte dann kurz: "Es wird jetzt etwas lauter". Ach Du bist auch noch hier, dachte ich nur... Der Bohrer wurde betätigt. Wenige Augenblicke später, griff der Chirurg zur Zange, drückte mit all seiner Kraft meinen Kiefer nach unten um den Zahn ziehen zu können, nach dreimaligem Versuch und interessanten Geräuschen des Zahnes, gelang dies dann auch.

Die Wunde wurde zugenäht, wobei dann eine interne Debatte darüber gehalten wurde welchen Mitarbeitern denn bei welchen Aufgaben geholfen werden sollte. Ansich fand ich das schon faszinierend, aber als Dr. Dr. med. seine Angestellte "Krümeline" nannte wurde mir warm ums Herz. Ich kam mir vor wie in einer Sketch-Show, mit Dieter Krebs und Iris Berben, herrlich..

Die linke Seite durfte auch noch dran glauben. Dann ging der Herr mit dem Wort "fertig" einfach so weg. Allein gelassen mit meinem ehemaligem Schwarm lag ich nun hilflos da und musste mir im Mund rumwerkeln lassen.

Das ganze war äusserst amüsant, wenn man mal drüber nachdenkt. Seitdem sind nun also vier Tage vergangen und ich sitz hier immer noch mit riesigen Hamsterbacken rum, dass nervt! Und ich hab die Befürchtung das, dass chronisch wird.. In verschiedenen Foren der Zahnbehandlung hab ich mich schon informieren wollen. Aber da wird überall nur das eigene Leid geplagt... Sowas kenn ich garnicht...

Zu erwähnen ist, dass ich zu keinem Zeitpunkt einen wirklichen Schmerz verspürt habe. Das beunruhigt mich sehr.

Dafür bin ich zu Hause fast verblutet. Hab mir irgendwann die "Dinger" aus dem Mund genommen die das Blut ganz gut aufsaugen, lecker, sag ich nur.. Auf jedenfall war das zu früh und es hätte stundenlang aus mir heraus-spritzen müssen, wenn ich die "Dinger" nicht wieder eingesetzt hätte. Irgendwie auch witzig, wenns nicht so verdammt ekelhaft wäre..

Morgen soll ich wieder zu meinem Zahnarzt, Streifen entfernen lassen. Keine Ahnung was für Streifen, vielleicht die an meinen Schuhen... Naja, mal hören was der so zum Eingriff sagt.

19.11.06 14:43

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